Archiv für den Monat: Februar 2016

Deutschland, Israel und die Umbrüche im Nahen Osten – Vortrag und Diskussion

IMG_2909Gestern Abend konnten wir von der Israel AG an der Veranstaltung Deutschland, Israel und die Umbrüche im Nahen Osten teilnehmen. In dem bis auf den letzten Platz belegten Plenarsaal in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sprach Außenminister Frank-Walter Steinmeier über die Entwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen, über die Möglichkeiten der Diplomatie im Nahen Osten sowie über seine Einsätzungen über die Lösung des aktuellen Syrien-Konflikts. In seiner teilweise sehr persönlichen Rede erinnerte Steinmeier daran, dass die engen und vielfältigen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland einem Wunder gleich kämen.

Dass diese einzigartige Freundschaft, die Deutschland und Israel heute verbindet, möglich ist – 70 Jahre nach dem Menschheitsverbrechen der Shoah – das erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit und Freude. Es ist wahrhaftig wie ein Wunder!

IMG_2913In der anschließenden Diskussionsrunde, an der auch Alfred Wittstock, Leiter der Studienstelle Israel an der Johannes Gutenberg-Universität und Berater unserer Arbeitsgemeinschaft, teilnahm, wurde deutlich, dass in Deutschland immer noch der Nahostkonflikt die Sicht auf Israel dominiert. Um dies zu ändern bedürfe es eines Dialogs, der alle Seiten berücksichtigt, merkte die Ministerpräsidentin Malu Dreyer an. Dr. Ursula Krechel wies in der Diskussion darauf hin, dass die Realität der israelischen Bevölkerung besonders von der permanenten Bedrohung geprägt sei, da der Staat Israel seit seiner Gründung keine Friedensphase erlebt habe. Professor Günter Meyer erklärte wiederum, dass die Repressionen der palästinensischen Bevölkerung durch das israelische Militär zu einer starken Frustration geführt habe.
Dass dieser komplexe Konflikt nicht nur Politiker und Diplomaten beschäftigt, zeigte sich auch an den gestellten Fragen aus dem Publikum. In einem kurzen Statement griff Außenminister Steinmeier die Diskussion auf und erklärte, dass es bisher immer wieder hoffnungsvolle Phasen gegeben habe und der Nahostkonflikt sich wie eine Chronik der nicht genutzten Chancen liest.IMG_2915Dennoch wolle Deutschland weiter dabei helfen, diesen Konflikt zu lösen. Und Steinmeier sei auch optimistisch:

Und es gibt etwas, dass mich optimistisch stimmt: Es ist die Tatsache, dass hier bei uns und in Israel eine Generation heranwächst, die in allen Gesellschaftsbereichen von Wirtschaft bis Kultur vernetzt ist. Eine Generation, die kritische Fragen stellt – auch an die Politik der eigenen und der jeweils anderen Regierung. Vor allem aber eine Generation, die neugierig ist aufeinander und auf die Welt; die international denkt und lebt.

Am Ende hatten wir dann auch noch die Gelegenheit mit dem Außenminister ein gemeinsames Gruppenfoto zu machen, bevor wir den Vortrag und die Diskussion bei Wein und Laugengebäck resümieren konnten.

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Nachtrag:

Inzwischen gibt es auch ein Video des Vortrags von Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Zu sehen gibt es dies in der Mediathek der Akademie der Wissenschaften und der Literatur: Vortrag von Frank-Walter Steinmeier: „Deutschland, Israel und die Umbrüche im Nahen Osten“