Archiv der Kategorie: Aktuelles

Besuch der neuen Synagoge Mainz

In der Beschreibung der Arbeitsgemeinschaft ist der Punkt „was wir wollen“ zu finden. Hierin stellen wir dar: „Das Judentum begreifen und Stereotypen abbauen“. Was liegt da näher, als vor Ort in Mainz die Möglichkeiten zu nutzen, mit dem jüdischen Glauben in Berührung zu kommen. Aus diesem Grund besuchten wir am 14. Juni die neue Synagoge. Viele von uns fahren täglich am smaragdgrünen Bau in der Neustadt vorbei, ohne genau zu wissen, was sich hinter den Mauern verbirgt. Unser ehemaliger Leiter und gerne gesehene Experte rund um Israel und das Judentum, Alfred Wittstock, führte uns durch die verschiedenen Räumlichkeiten. So erfuhren wir unter anderem, dass das außergewöhnliche Aussehen der Synagoge den jüdischen Begriff קדושה  (Kedushah – Segensspruch) verbildlichen soll. Angefangen bei der Geschichte des Neubaus und dem jüdischen Leben in Mainz konnte uns Herr Wittstock auch einen ausführlichen Überblick über das Judentum und die Rituale geben.

Die neue Synagoge Mainz wurde 2010 eröffnet und befindet sich am Ort der alten Synagoge, welche im Dritten Reich zerstört wurde. Auf dem Vorplatz sind noch Teile der früheren Säulenhalle zu finden. Mittlerweile leben wieder ca. 1000 Juden in der reinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Weitere Informationen gibt’s auf den Seiten der Stadt Mainz und der Jüdischen Gemeinde.

Israel Tag 2017

Wie jedes Jahr, gab es auch dieses Mal wieder einen Israel Tag in der Landeshauptstadt. Der Israel Tag 2017 stand am 23.05. ganz im Zeichen des 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Mainz-Haifa. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft waren als Besucher ebenfalls vor Ort. Zunächst wurde eine Podiumsdiskussion geboten, bei der Austauschschüler verschiedener Mainzer Schulen von ihren Erfahrungen in Israel berichteten. Bei Brezeln und Wein nutzten wir anschließend die Gelegenheit, um mit Vertretern der Landeszentrale, der DIG und der jüdischen Gemeinde ins Gespräch zu kommen. Im zweiten Teil des Programms lauschten wir schließlich den Grußworten der Oberbürgermeister aus Mainz und Haifa, der Leiterin der jüdischen Gemeinde und unserem ehemaligen Leiter der Studienstelle, Alfred Wittstock. Nach der Filmpremiere „Schalom Haifa“ von Dietmar Schulz erfuhren wir einiges über die sportlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Veranstaltung: Helden und Gescheiterte – Blicke auf den Nahen Osten in den Serien Hatufim und Homeland

Zu unserer ersten Veranstaltung des laufenden Sommersemesters durften wir am 15. Mai Dominique Henz, M.A. von der Universität Göttingen bei uns in Mainz begrüßen. Frau Henz studierte Film- und Theaterwissenschaften in Mainz, Glasgow und Sydney und arbeitete selbst 15 Jahre als Redakteurin und Regisseurin bei Fernsehen und Theater. Zu ihren Veröffentlichungen gehören mehrere Artikel im „Reclam – Lexikon der Filmgenres“, Beiträge zu Inszenierungsstil und Schauspielerportraits z.B. aus der Reihe Film-Konzepte und Vorträge zur australischer FIlmgeschichte (Schwerpunkte“Neues Australisches Kino“ & Regisseur Peter Weir).

In ihrem Vortrag stellte sie die beiden Serien-Highlights Hatufim und Homeland gegenüber, in dem sie den Fokus auf „Helden“ und „Gescheiterte“ richtete. Durch beispielhafte Videoausschnitte wurde der ansprechende Vortrag abgerundet. In einer anschließenden Diskussion beteiligten sich auch die zahlreichen Zuhörer lebhaft am Vortrag.

Unser Dank gilt Frau Henz und unseren Kooperationspartnern, dem AstA der Uni Mainz und dem Studium Generale.

 

Expertengespräch bei der Arbeitsgemeinschaft

(von Katja Schlenker) Am 26.04.2017 durfte die Israel AG einen Gast aus Israel in ihren Reihen begrüßen. Eyal Noyman arbeitet derzeit im Bufdi über die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland e.V am Theresianum, einem katholischen Ganztagsgymnasium und unterrichtet Kinder.

Er übt diese Tätigkeit seit 11 Monaten aus, spricht fließend deutsch und englisch und hat in Deutschland ein neues zweites Zuhause gefunden. Eyal kann sich für seine Zukunft durchaus ein Leben und Arbeiten in Deutschland vorstellen, allerdings gefällt es ihm ebenso in Israel und darum geht es für ihn im Juni erst einmal wieder zurück nach Israel.
Natürlich haben wir zahlreiche Fragen für Eyal gesammelt und bekamen so einen umfangreichen Einblick in das Leben eines waschechten Israelis. Es ging von politischen Fragen, über schulische und bildungsthematisierende Fragen und das ganz normale israelische Alltagsleben. Eyal arbeitete in seiner Vergangenheit eine Zeit lang im israelischen Geheimdienst und ging als er jung war zufällig mit Bibis Sohn in eine Klasse. Das unter anderem lieferte interessanten Gesprächsstoff.

Es wurden viele Themen angesprochen, wie die Situation der Palästinenser in Israel, die NGO „Breaking the Silence“, Eyals Zeit im Geheimdienst ohne konkrete weitläufige Informationen zu hören, da er ja einer Schweigepflicht unterliegt, um die Problematik der Zwei-Staaten-Lösung und der Siedlungspolitik im Westjordanland, um die Rolle Israels im Syrien-Konflikt und was Israel in Sachen humanitärer Nothilfe tut, um Unterschiede im deutschen und israelischen Schulsystem und den israelischen Arbeitsmarkt und zu guter Letzt um die Unterschiede der deutschen und israelischen Gesellschaft, wobei Eyal uns eine nett zusammengesammelte Liste mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Israelis vorstellte.

Die Zusammenhänge verstehen

Zu den Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft Israel gehört der Bildungsauftrag, um ein Verständnis für den Staat Israel, seine Nachbarn und den Nahost-Konflikt entwickeln zu können. Neben den öffentlichen Vorträgen und dem Einladen externer Referenten, ist das Bearbeiten der historischen Hintergründe durch uns ein wichtiger Bestandteil der wöchentlichen Treffen. Am letzten Mittwoch (03.05.17) beschäftigten wir uns beispielsweise mit dem komplexen Thema des Oslo-Friedensprozesses. Levi stellte in einem äußerst gelungenen Vortrag die wesentliche Stationen dar und stieß interessante Diskussionen an.

Beginn des Sommersemesters 2017

Am 12. April war die AG mit einem Stand auf der Hochschulgruppenmesse vertreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Start des neuen Semesters dürfen wie zahlreiche Neumitglieder begrüßen. Die kommenden Monate sind wieder geprägt von verschiedenen Veranstaltungen rund um das große Themenfeld Israel und Nahost. Ihr dürft gespannt sein! Wer auch innerhalb des Semesters neu zu uns stoßen möchte, der darf gerne zu unseren Treffen (Mittwochs 18 Uhr, Raum 02 617 Georg Forster Gebäude) vorbeischauen!

 

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Israel solidarisieren sich mit den Betroffenen der Brandkatastrophe in Israel und der Mainzer Partnerstadt Haifa:

Seit mehreren Tagen wüten in Israel zahlreiche Großbrände. Besonders angespannt ist die Lage in der Hafenstadt Haifa. Zehntausende Menschen, unter ihnen Mitarbeiter und Studierende unserer Partneruniversität אוניברסיטת חיפה – University Of Haifa, mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen dieser Katastrophe. Wir bringen hiermit unser tiefstes Mitgefühl und unsere Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck.

The members of the „Arbeitsgemeinschaft Israel“ at JGU Mainz declare solidarity with those affected by the fire disaster in Israel and Haifa, the twin city of Mainz:
Since a couple of days a range of blaze rage in Israel. Especially in the port town Haifa the situation is very tense. Ten thousands, among them students and employees of our partner אוניברסיטת חיפה – University Of Haifa had to leave their houses and get into safety. Our thoughts are with those affected by the catastrophy. Hereby we declare our deepest empathy and solidarity with the victims.

Filmwoche „Israel in Filmen – Filme aus Israel“ vom 10. bis 15. November 2016

Die diesjährige israelische Filmwoche mit dem Titel „Israel in Filmen – Filme aus Israel“ findet im CinéMayence (1. Stock im Schönborner Hof, Schillerstraße 11, 55116 Mainz) statt. Von Donnerstag, den 10. November bis Dienstag, den 15. November werden auch in diesem Jahr international ausgezeichnete Filme aus Israel bzw. Filme zu Themen aus Israel gezeigt. Die Auswahl der gezeigten Filme ist dieses mal äußerst vielfältig und reicht hierbei von innerisraelischen Konflikten bis zur Auseinandersetzung mit dem Alter und dem Tod. Am Eröffnungsabend (Donnerstag, 10.11.2014 ab 20.00 Uhr) ist mit israelischem Wein und verschiedenen kleinen Speisen für das leibliche Wohl gesorgt.

Eintritt: 5,00 € (normal) / 4,00 € (Studenten)

Die Filmwoche findet in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – Mainz, dem CinéMayence, dem Generalkonsulat des Staates Israel für Süddeutschland, sowie der Arbeitsgemeinschaft Israel der Johannes-Gutenberg Universität Mainz statt. Den Flyer zu dieser Veranstaltung gibt es hier zum weiter verteilen.

90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden (Eröffnungsabend: 10. November ab 20.00 Uhr)

In der politischen Satire „90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden“ wählt der preisgekrönte Regisseur und Autor Eyal Halfon den Kontext eines Fußballspiels zwischen Israel und Palästina als Austragungsplattform für eine Lösung des Nahost-Konflikts: Wer gewinnt, darf bleiben. Wer verliert, muss das Land verlassen. Zu den Vorbereitungen des Spiels gehören Vorverhandlungen, Debatten, die sich zum absurden Spiegelbild des echten politischen Konflikts entwickeln. Wie im echten Leben ist den Kontrahenten jedes Mittel recht, um den Gegner zu schwächen.

Weitere Infos: www.90minuten-derfilm.de

Der Sohn der anderen (Le Fils de l’autre) (11. November ab 20.30 Uhr)

Joseph, ein 18-jähriger israelischer Musiker, steht vor dem Eintritt in die Armee. Er lebt in einem wohlhabenden Stadtteil von Tel Aviv mit seinen französisch-israelischen Eltern, der Ärztin Orith und dem Kommandanten Alon. Als Joseph in die israelische Armee eintritt, um seinen Militärdienst zu absolvieren, erfährt er durch einen Bluttest, dass er nicht der biologische Sohn seiner Eltern ist. Er wurde bei seiner Geburt während des Golfkrieges mit Yacine, dem Sohn einer palästinensischen Familie aus dem Westjordanland verwechselt. Damit ist das Leben der beiden Familien durch diese Entdeckung auf einen Schlag in Frage gestellt.

Weitere Infos: www.filmkinotext.de

Censored Voices (12. November ab 20.30 Uhr)

Der 6-Tage-Krieg endet mit einem Triumph für Israel: Jerusalem, Gaza und West Bank sind ab nun in israelischer Hand. Nur einen Monat danach interviewte der Schriftsteller Amos Oz die beteiligten Soldaten, die berichteten, was wirklich geschah. Diese schonungslosen, intuitiven Zeugnisse von einem Krieg wurden streng zensiert und durgten dem israelischen Bewusstsein nicht zugänglich gemacht werden… bis jetzt. Fast 50 Jahre nach dem 6-Tage-Krieg bleibt die Aktualität.

Weitere Infos: www.censoredvoices.com

Kurzfilme junger israelischer Filmemacher (13. November ab 20.30 Uhr)

Filme junger israelischer Filmschaffender gehören bereits seit längerer Zeit zum festen Bestandteil bei internationalen Filmfestivals, sind überdurchschnittlich oft dort vertreten und mit Preisen ausgezeichnet. Die jungen Filmemacher gehören einer Generation an, die das Andere sucht, das Individuelle, Fragen stellt und sich „filmischem Mainstream“ verweigert.

Mr. Gaga (14. November ab 20.30 Uhr)

Ohad Naharin wird weltweit als einer der herausragenden zeitgenössischen Choreographen gefeiert. Mit seiner ungewöhnlichen künstlerischen Vision, sowie seinen mitreißenden Choreographien verhalf er der Batsheva Dance Company zu internationaler Bekanntheit. Naharin entwickelte als künstlerischer Leiter des israelischen Ensembles eine komplett neue Bewegungssprache: „Gaga“, bei der bekannte Muster durchbrochen werden. Für Naharin geht es dabei um Leidenschaft, das Extreme, um die Lust des Moments und darum, Grenzen zu brechen.

Weitere Infos: www.mrgaga-film.de

Am Ende ein Fest (15. November ab 20.30 Uhr)

Eine Gruppe von Senioren hat sich im Altersheim um den 72-jährigen Yehezkel, einen Tüftler und Erfinder, zusammen geschlossen: Sie wollen Max, einem schwerkranken Freund, helfe das Sterben zu erleichtern. Zusammen mit einem pensionierten Tierarzt, der die Beruhigungsmittel besorgt, und einem ehemaligen Polizisten, der die Beweise verwischen soll, suchen sie nach dem besten Weg, um Max‘ Wunsch zu erfüllen. Da keiner sich tatsächlich dazu überwinden kann Max zu töten, baut Yehezkel eine Maschine, mit der der Sterbende sich selbst töten kann. Bald schon ist diese Maschine in aller Munde und Menschen aus ganze Jerusalem strömen zu dem Altersheim, um ihre Liebsten von ihren Leiden zu befreien…

Weitere Infos: www.am-ende-ein-fest.de

Übersicht:

  • 90 Minuten – Bei Abpfiff Frieden: 10. November, 20.30 Uhr
    Original mit deutschen Untertiteln, ca. 85 Min. (Eröffnungsempfang ab 20.00 Uhr)
  • Der Sohn der anderen (Le Fils de l’autre): 11. November, 20.30 Uhr
    Original mit deutschen Untertiteln, ca. 105 Min.
  • Censored Voices: 12. November, 20.30 Uhr
    Original mit deutschen Untertiteln, ca. 84 Min.
  • Kurzfilme junger israelischer Filmemacher: 13. November, 20.30 Uhr
    ca. 90 Min.
  • Mr. Gaga: 14. November, 20.30 Uhr
    Original mit deutschen Untertiteln, ca. 10 Min.
  • Am Ende ein Fest: 15. November, 20.30 Uhr
    Original mit deutschen Untertiteln, ca. 93 Min.

Deutschland-Bilder/Israel-Bilder: Ein-Blick auf den Anderen – Vortrag von Dr. Steffen Hagemann

Für den kommenden Mittwoch (13. Juli um 18.15 Uhr) konnten wir Dr. Steffen Hagemann (TU Kaiserslautern) für einen Vortrag mit dem Titel „Deutschland-Bilder/Israel-Bilder: Ein-Blick auf den Anderen“ gewinnen. Der Vortrag wird wie üblich im Hörsaal P3 (Philosophicum) auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität stattfinden.
Die Veranstaltung finden in Kooperation mit der Studienstelle Israel, Studium generale sowie dem Asta der Johannes Gutenberg-Universität statt.

Besonders wenn es um den Blick auf Israel geht, scheint es in Deutschland eine deutliche Diskrepanz zwischen amtlichem Regierungshandeln („Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson“) und bürgerlicher Öffentlichkeit zu geben.
Seinen vorläufigen Höhepunkt hat dieser (vermeintliche) Gegensatz in den zahlreichen deutschlandweiten Demonstrationen gegen den letzten Gaza-Krieg im Sommer 2014 gefunden, an deren Rändern es, nicht zuletzt auch in Mainz, zu massiven Ausfälligkeiten bis hin zur Skandierung volksverhetzender Parolen kam.

Auf Grundlage dieser Ereignisse, die national wie international auf breite Beachtung stießen, stellt sich die Frage, wie sich das Israel-Bild in Deutschland entwickelt hat und welche Einflussfaktoren bei dieser Entwicklung eine Rolle spielen. Dem gegenüber steht das positive Deutschland-Bild in Israel. Auch hier ist zu fragen, welche Faktoren darauf Einfluss nehmen und wie es zu diesem Gegensatz kommt.

Dr. Steffen Hagemann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Technischen Universität Kaiserslautern. Zudem ist er einer der Autoren der Studie „Deutschland und Israel heute“ der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahre 2015, die das Israel-Bild in Deutschland sowie das Deutschland-Bild in Israel in den Fokus nimmt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben Israel auch vergleichende Politische Kulturforschung, Autoritarismus und Demokratie, soziale Bewegungsforschung, Politik und Religion sowie Emotionsforschung.

Flyer zur Veranstaltung als PDF (1,1 MB)