Rapprochement, Change, Perception and Shaping the Future: 50 years of German-Israeli and Israeli-German Diplomatic Relations

Internationale Konferenz vom 27. April bis 30. April 2015 in Mainz

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Beschreibung:

Im Jahr 2015 jährt sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland 50 Jahre. Anlässlich dieses Jubiläums sollte im Rahmen der Konferenz das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen diesen beiden Staaten aber auch ihren Gesellschaften aus verschiedenen Blickwinkeln und auf verschiedenen Analyseebenen bearbeitet werden.

Dabei wurde zuallererst die Frage aufgeworfen, welche Bedeutung der Erinnerung an den Holocaust sowohl politisch aber auch beispielsweise für die Generation der Jugendlichen heute zu kommt. Nicht nur der diesjährige Gaza-Konflikt hat eine Diskrepanz zwischen öffentlicher Meinung und regierungsamtlichem Handeln zu Tage gefördert.

Auf der Einstellungsebene sollte der Frage nachgegangen werden, wie Jugendliche aus Deutschland und Israel das jeweils andere Land heute sehen und welche Faktoren bei der Wahrnehmung in dieser Alterskohorte angesichts einer „gemeinsamen Vergangenheit“ eine Rolle spielen. Daraus ließen sich wiederum Fragen nach den „Bildern“ vom jeweils Anderen ableiten. Durch sozialpsychologische Zugänge und Erklärungsmodelle sollten entsprechende Hintergründe beleuchtet werden. Hierbei konnte die Rolle der Medien nicht außer Acht gelassen werden. Der jüngste so genannte Gaza-Krieg von Juli/August 2014 wirft Fragen nach der Wirkmacht solcher Bilder und ihrer Aufnahme durch die verschiedenen Medien auf, seien dies nun die klassischen Medien wie Fernsehen und Print oder soziale Netzwerke.

Zu den grundlegenden Veränderungen während der 50 Jahre der diplomatischen Beziehungen gehört unter anderem der Prozess des Aufbaus eines geeinten Europas. Was die Europäisierung der deutschen Außenpolitik für die bilateralen Beziehungen, angesichts der bisher immer reklamierten „Besonderheit“ des deutsch-israelischen/israelisch-deutschen Verhältnisses bedeutet, wurde in einem eigenen Panel untersucht. Die Frage nach einem Bedeutungswandel der NS-Vergangenheit, mit der diese „Besonderheit“ bisher begründet wurde, wie und ob in Zukunft jene Besonderheit gewahrt werden wird und welche Zukunft Israel von Europa erwartet, sind nur einige Fragen, die sich dabei ergeben haben.

Dass die Verflechtungen Israels und Deutschlands auf vielen Feldern bestehen zeigt sich auch im Bereich Kunst und Kultur. Hier war zu klären, welche Rolle Kunst und Kultur in den bilateralen politischen und gesellschaftlichen Beziehungen spielen.

Angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands steht der Bereich Sicherheit im Vordergrund deutscher Politik. Es stellt sich jedoch einerseits die Frage, welches Verständnis von Sicherheit dahinter steht und welche Konsequenzen sich für die Israel- und Nahost-Politik Deutschlands daraus auch im Kontext des komplexen Nahostkonflikts ergeben. Andererseits lässt sich auch nach den Konsequenzen für eine deutsch-israelische Zusammenarbeit angesichts gemeinsamer globaler Bedrohungslagen (bspw. Terrorismus und Cybersecurity) fragen.

Die Komplexität der bilateralen Beziehungen spiegeln sich in den ausgewählten Themenbereichen wider und machten es notwendig, sie durch ReferentInnen verschiedener Fachgebiete analysieren und in einen Dialog treten zu lassen. Dabei wurden gleiche Themenstellungen durch deutsche und israelische bzw. internationale ReferentInnen diskutiert.

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